| Jüdische Bräuche, Feste
und Feiertage
Was ist ein Brauch?
Jemand verschenkt aus Liebe einen
Blumenstrauß. Das ist zumindest in unsere Kultur nichts Ungewöhnliches.
Deshalb kann es als eine Art Bräuche bezeichnet werden,denn unter
Bräuchen versteht man eine Symbolhandlung, die von einer bestimmten
Gruppe von Menschen als solche verstanden und regelmäßig zu
bestimmten Gelegenheiten vollzogen wird
Jüdische Bräuche
1. Koscheres Essen
Jede Woche von Freitagabend bis
Samstagabend feiert man den Shabbat. Die jüdischen Speisegebote
gehen auf den Tempelkult zurück. Der häusliche Esstisch wird
wie ein Altar aufgebaut. Bestimmte Tiere gelten als unrein und dürfen
daher nicht gegessen werden. Hierzu zählen Schweine und Fische ohne
Flossen oder Schuppen. Erlaubt sind nur koschere Speisen:das ist Fleisch
von Tieren mit gespaltenen Hufen, die ihr Futter wiederkäuen, jedoch
nur, wenn der Schlachter strenge Regeln beachtet und das gesamte Blut vor
dem Verzehr vollständig entfernt hat (schächten). Fleisch- und
Milchprodukte dürfen nicht zusammen verzehrt werden.
2. Der Shabbat
Am siebten Tag, dem Shabbat, soll
die Arbeit ruhen. An diesem Tag erweisen die Juden ihrem Schöpfer
die Ehre. Sie verbringen den Shabbat mit Gebeten, Bibelstudien, Erholung
und beim gemeinsamen Mahl im Familienkreis. Wie an Festtagen gibt es auch
am Shabbat einen zusätzlichen Gottesdienst in der
Synagoge, der mit einer Opferhandlung in Verbindung steht, die früher
im Tempel ausgeführt wurde.
Im häuslichen Bereich wird
am Freitag alles für den Shabbat vorbereitet. Das Haus wird aufgeräumt,
so als ob man einen besonderen Besuch erwartet. Die Frauen geben sich viel
Mühe mit dem Essen und backen die geflochtenen Weißbrote (die
Challah). Der Shabbat beginnt am Freitagabend und geht bis zum Samstagabend,
bis die Sterne zu sehen sind. Die Leute in den jüdischen Familien
machen sich schick und sitzen friedlich beisammen. Der Tisch ist festlich
mit einer weißen Decke und besonders schönem Porzellan gedeckt.
Die Mutter zündet die Shabbat-Lichter an, meistens zwei, oft sind
es so viele Kerzen wie Familienmitglieder. Sie sagt einen Segensspruch
zum Shabbatbeginn. Alle begrüßen sich mit „schabbat schalom".Auf
dem Tisch stehen ein Becher mit Wein, der während der Feier viermal
gefüllt wird, und die selbstgebackenen Zopfbrote. Der Vater spricht
den Segen (Kiddusch) über den Wein, trinkt einen Schluck und reicht
ihn an alle weiter. Der Wein ist ein Symbol der Freude darüber, dass
Gott den Shabbat geschenkt hat. Dann segnet der Vater die Brote, zerteilt
sie, bestreut sie mit etwas Salz und reicht jedem ein Stück. Dann
erst beginnt das eigentliche Abendessen. Am Ende des Mahles wird Gott wieder
gedankt.
Am nächsten Morgen ist Gottesdienst
in der Synagoge, bei dem der Wochenabschnitt aus der Thora
vorgelesen wird. Jeder Jude sollte
am Shabbat die Thora studieren und über das Gelesene nachdenken. Außerdem
wird gespielt, diskutiert, mit Freunden gefeiert, geruht und spazierengegangen.
Aber alles soll in Ruhe gemacht werden. Man soll sich Zeit nehmen für
Gott, für seine Mitmenschen und für sich selbst. Deshalb darf
am Shabbat nicht gearbeitet werden. Unter Arbeit wird jeder zweckgerichtete,
planvolle, produktive „Eingriff" in die Welt verstanden, ganz gleich ob
anstrengend oder nicht. Deshalb werden alle Speisen am Tag zuvor gekocht
und warm gehalten.
Am Samstagabend wird der Shabbat
mit einem besonderen Segensspruch (Hawdala) verabschiedet. Hawdala heißt
Unterscheidung (zwischen dem heiligen Shabbat und dem Unheiligen der Woche).
Auf dem Tisch stehen drei Dinge mit symbolischer Bedeutung: ein Becher
mit Wein, der so voll eingegossen ist, dass er überfließt. Er
soll den überströmenden Segen Gottes für den Shabbat und
die kommende Woche deutlich machen, eine Dose mit durchbrochenem Deckel,
in der duftende Kräuter sind. Der Duft soll die Menschen erfreuen
und sie trösten, weil der Shabbat vorbei ist, und eine besonders geflochtene
Kerze. Sie erinnert an den ersten Schöpfungstag - den ersten Tag der
Woche - mit dem das Licht begann.
3. Die Beschneidung
Acht Tage nach der Geburt wird
ein neugeborener Knabe beschnitten, d. h. die Vorhaut wird durch einen
dafür ausgebildeten Fachmann abgenommen. Mit der Beschneidung ist
die Namensgebung verbunden.
Jüdische
Feste
Feier und Festtage
Bei den Juden haben
Feste und Feiertage eine große Bedeutung.
Welche Feste gibt es ? Sie
heißen: Chanukka, Pessach, Schawout, Simchat Thora, Sukkot, Rosch
Haschana, Jom Kippur und Shabat.
Sukkot
Sukkot ist ein Laubhüttenfest.
Es wird 7 Tage nach dem Fest Jom Kippur gefeiert. Es wird ungefähr
wie das Erntedankfest gefeiert. Bei diesem Fest danken die Juden Gott für
die Ernte auf den Feldern. Dieses Fest feiert man am Abend. Man segnet
das Essen und Trinken, singt auch Lieder und spricht Gebete. Wenn es draußen
warm ist, schlafen die Menschen auch in den Laubhütten. In der Hütte
steht ein Strauß namens Lulaf, dieser Strauß besteht aus einem
Palmenzweig.
Schawout
Das Fest Schawout ist das Fest
der Zehngebote und der ersten Früchte. Diese Fest wird 50 Tage nach
dem Fest Pesach gefeiert.
Pessach
Dieses Fest wird heute noch als
Hauptfest bei den Juden gezählt. Am Pessach werden junge Lämmer
oder Ziegen getötet. Das Blut wird an den Pforsten der
Häuser gestrischen. Dieses Fest erinnert an die Befreiung des Volkes
Israel aus der Sklaverei und dem Auszug aus Äygpten. Das Word Pessach
bedeutet "Verschonung".
Jom Kippur
Jom Kippur ist das heiligste Fest
im Jahr. An diesem Tag gehen die Menschen in die Synagoge und beten. Die
Juden tragen einen weißen Gebetsmantel (Tallit). Die jüdischen
Kinder werden gesegnet und alle Leute fasten an diesem Tag. Die Juden sind
den ganzen Tag in der Synagoge und beten.
Emrah DEDE, KG 723;
Aylin RAFFLENBEUL, KG 811; Romina THALAU, KG 811
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