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„Telefonie“ – eine szenische Kollage von Frau Natz

aufgeführt am 19.6.2008 von drei Wahlpflichtgruppen „Darstellendes Spiel“ in der Aula der Ernst-Schering-Oberschule

 

„Kannst du dir einen Tag ohne dein Handy vorstellen?“ die Mehrheit unserer Jugendlichen (und nicht nur sie) würden diese Frage wohl eindeutig verneinen. Es gehört so selbstverständlich zu uns, dass wir uns schon beinahe amputiert vorkommen, wenn wir es nicht ständig griffbereit bei uns tragen und es benutzen können („Ich telefoniere, also bin ich.“). Und was das Ding nicht noch alles kann: fotografieren, filmen, Radio hören und  Texte verschicken. Es ist Spielkonsole und Statussymbol und verrät durch seinen individuell einstellbaren Klingelton viel über seinen Benutzer. Es ermöglicht und verhindert Kommunikation gleichermaßen, denn so schnell der Kontakt überallhin hergestellt wird, so oberflächlich bleibt er. Zeit für Gespräche? Mangelware!

Frau Natz hat sich in den letzten sechs Monaten mit ihren vier Wahlpflichtgruppen an die intensive Arbeit gemacht, dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Herausgekommen ist dabei eine facettenreiche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Zum Abschluss wurde das Ergebnis dieser Arbeit aufgeführt. Mit großer Ernsthaftigkeit und einem bewunderungswürdigem Maß an Disziplin stellten die 48 Schülerinnen und Schüler das Ergebnis ihrer Bemühungen dem Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula vor. Und was genau so wichtig ist: große Spielfreude war allen Mitwirkenden anzumerken.

In den teils musikalisch begleiteten Szenen kommentierten und karikierten die Jugendlichen Aspekte des Telefonierens. Gesprächszitate wurden zu Wortfetzen und fügten sich verfremdet wieder zusammen, um den Blick (und das Ohr) freizumachen für neue, überraschende Betrachtungsmöglichkeiten. Ironisches und Bedrohliches trat dabei ebenso zutage wie anrührend Zärtliches und Humorvolles; bot Stoff zum Nachdenken und ließ den Zuschauern genügend Spielraum für eigene Interpretationen.

Das Bühnenbild, minimalistisch und funktional, korrespondierte farblich mit den in Rot, Blau, Schwarz und Weiß gekleideten Darstellern und bildete zusammen mit ihnen den optisch passenden Rahmen für die Aufführung.

Es war unübersehbar, mit wie viel Einfühlungsvermögen, Beharrlichkeit und Energie Frau Natz ihre Schülerinnen und Schüler an das Thema herangeführt hatte. Das von ihr vertretene Konzept des darstellenden Spiels überzeugte erneut durch seine Ideenvielfalt,  Schülerorientiertheit und seine Präzision auch in Details der Inszenierung.

Das Publikum war begeistert und spendete reichlich Applaus. Beim anschließenden Imbiss auf dem Schulhof, der zuvor von Frau Hilsberg und Frau Graefe zusammen mit einer einsatzfreudigen Schülergruppe unter Partyzelten organisiert worden war, konnte noch weiter gefachsimpelt werden.

Das gemeinsame Bejubeln des deutschen Viertelfinalsieges wäre benahe buchstäblich ins Wasser gefallen, denn es gab technische Schwierigkeiten bei der TV-Übertragung. Doch gerade noch rechtzeitig zum ersten Tor kam Support – passend zum Thema des zuvor gesehenen Theaterstückes – per Handy.

 Schumann